Das war die "Die Styria Aktivwoche 2011" -
vom 17. – 22. Oktober 2011
Haben Sie sich vielleicht schon einmal eine der folgenden Fragen gestellt:
- Wie kann ich Stürzen und Verletzungen folgend aus Unachtsamkeit vorbeugen?
- Wie kann ich Stürze im Alltag vielleicht sogar vermeiden?
- Warum fühle ich mich bei bestimmten Bewegungen im Alltag etwas unsicher?
- Was hat das Vermeiden von Stürzen mit meiner sportlichen Freizeitgestaltung zu tun?
- Was ist der Unterschied zwischen „Urlaubs-Skifahrern“ und „Urlaubs-Skifahrern“, die das ganze Jahr aktiv sind?
Diese und noch viele weitere Fragen wurden den über 100 Teilnehmern in der Styria Aktivwoche mit veranschaulichten Übungen demonstriert und beantwortet.
Rene Rabl und Manuel de Cillia boten über die ganze Woche verteilt Informationsstunden an, wo jeder die Möglichkeit hatte, am eigenen Körper, die Vorzüge eines ausbalancierten Trainings zu erleben.
Egal welchem Alter und welchem Fitnesslevel die Teilnehmer angehörten, jeder war gefordert und erkannte schon bereits nach den ersten Minuten, dass diese Übungen ein Höchstmaß an Konzentration erforderten, selbst wenn diese augenscheinlich „einfach“ auszuüben schienen.
Hier erlebte jeder der Übenden einen gewissen „AHA-Effekt“ und oft war auch ein „HOPPALA“ vertreten, wo die Teilnehmer herausfanden, dass nicht nur alleine die Balance zu halten eine Schwierigkeit bot, sondern auch der Unterschied zwischen linker und rechter Körperseite gravierend unterschätzt wurde.
Aber es ging hierbei nicht darum die Teilnehmer bloß zu stellen, sondern vielmehr darum, jeden Einzelnen seine persönlichen Fähigkeiten aufzuzeigen, und etwaige Schwächen bei regelmäßiger Übung auszumerzen bzw. in den Griff zu bekommen.



Warum das getan werden sollte wurde den Teilnehmern anhand eines einfachen Beispiels veranschaulicht:
Jeder kennt diese oder zu mindestens eine ähnliche Situation:
Einkaufstaschen in der Hand, unter Zeitdruck, zum Auto hetzend, nebenbei klingelt noch das Telefon in der Hosen- oder Handtasche, das es natürlich in der Hektik zu beantworten gilt, die Autos am Parkplatz vor dem Einkaufscenter rasen fanatisch umher auf der Suche nach einer Parkmöglichkeit und dann sind da noch die netten Randsteinbegrenzungen des Gehsteigs, welche danach lüstern, darüber zu stolpern.
Was passiert?
Nun ja, abgelenkt von der Hektik, dem Telefon in der einen, die Einkaufstaschen in der anderen Hand, zusätzlich noch auf die herumrasenden Fahrzeuge konzentriert, die Blicke wandern schnell von links, nach rechts, dabei die Randsteinbegrenzung des Gehsteigs übersehen und dann ist es schon geschehen. Durch Unachtsamkeit darüber gestolpert und dann noch mit dem „besseren Bein“…
… und genau hier teilt sich das Beispiel in zwei Varianten:
Variante 1 - „Auweh“
Der Körper weiß nicht wie er hier schnell und richtig reagieren soll, die Reaktion wird falsch oder viel zu spät ausgeführt, das „schlechtere Bein“ hat dann noch zusätzlich nicht die hierfür nötige Kraft, den Körper aufzufangen und dann macht man schon die Bekanntschaft mit dem Boden und fühlt einen dezenten Schmerz in einem der Knöchel, welcher später noch schlimmer werden sollte. Der Inhalt der Einkaufstaschen liegt verstreut auf der Fahrbahn und das Telefon landet zusätzlich noch unter dem Reifen eines vorbeihuschenden Autos. Nun ist der Tag perfekt. Von den Ärgernissen des gerade erlebten endlich zu Hause angekommen stellt sich heraus, dass der Schmerz im Knöchel gar nicht mehr dezent ist, sondern vielmehr schon eine neue Sphäre erreicht hat, die nicht mehr ignoriert werden kann. Also packt man sich zusammen und ab ins Unfallkrankenhaus, wo sich dann herausstellt, dass sich die aktive Freizeitgestaltung der nächsten Wochen schlagartig ändern wird, da der Fuß die nächste Zeit nicht voll belastet werden darf, oder gar Schlimmeres.




Variante 2 - „Ups, das war jetzt aber knapp“
Der Körper weiß wie er hier schnell und richtig reagieren soll, die Reaktion wird rechtzeitig ausgeführt und das Bein, das den Sturz abfangen soll hat noch zusätzlich die hierfür nötige Kraft. Aufgrund des ausbalancierten Trainings ist es dem Körper egal, ob es nun das „schlechtere“ oder das „bessere“ Bein betrifft, da er beide Beine präzise, korrekt und schnell ansteuern kann, ohne dass darüber erst bewusst nachgedacht werden muss. Das Telefon bleibt in der Hand, der Inhalt der Einkaufstaschen erfährt keinen Kontakt mit der Fahrbahn, das Auto lässt von seiner Absicht schnell vorbei zu huschen vielleicht sogar ab und ermöglicht eine sichere Überquerung der Straße.
Zu Hause angekommen werden die Einkaufstaschen noch ordnungsgemäß ausgeräumt, der Inhalt verstaut und nichts steht der aktiven Freizeitgestaltung mehr im Wege.
Daraus ergeben sich folgende Schlussfolgerungen:
- Je besser das Zusammenspiel zwischen linker und rechter Körperhälfte funktioniert, desto mehr Sicherheit und Selbstvertrauen erhält man in alltäglichen Situationen.
- Je automatisierter Bewegungsabläufe unterbewusst angesteuert werden können, desto weniger Aufmerksamkeit erwartet unser Körper von unserer bewussten Wahrnehmung und ist dadurch in der Lage jederzeit schnell und richtig zu reagieren.
- Je besser die Muskulatur ausgeprägt ist, desto besser funktioniert ein Abfangen bei Sturzsituationen im Alltag.
Fazit:
Durch regelmäßiges, kontinuierliches und ausbalanciertes Training enden Fehltritte in einem kleinen „HOPPALA“ und nicht in einer mittelschweren Katastrophe.
Dieses ist nur eines von vielen Beispielen. Es lässt sich in jedem Bereich des Lebens übertragen, ganz egal ob es bei der Arbeit, bei der Gartenpflege, beim Hausputz, bei Unternehmungen in der Freizeit oder aber auch beim Sport ist.
Wir sind überall angehalten möglichst viele Informationen und Eindrücke schnell und effizient zu verarbeiten. Je besser unsere koordinativen und motorischen Fähigkeiten ausgeprägt sind, desto leichter fällt uns diese Informationsverarbeitung und wir haben genug Reserven für Situationen, wie die soeben oben beschriebene.



Und das Beste daran:
Jeder kann diese Fähigkeiten trainieren, egal ob 6 Jahre, oder 86 Jahre. Die Trainierbarkeit bleibt bis hin zum letzten Atemzug erhalten, selbst wenn man es sich nicht eingestehen möchte und Zweifel daran hat. Bereits nach den ersten Übungen werden Sie eine kleine Verbesserung feststellen können.
Außerdem:
Diese Art von Training hält unser Gehirn fit!
Durch die erhöhte physische und psychische Belastung wird unser gesamter Organismus beansprucht, von den Muskeln, über den Stoffwechsel, bis hin zum Nervensystem. Krankheitserscheinungen wie Osteoporose, Demenz, Rückenschmerzen, …. können mit gezieltem Gleichgewichts- und Krafttraining gelindert werden!
Am Ende bleibt nur noch eines zu sagen:
Wir bedanken uns bei allen Teilnehmern für Ihren Einsatz an den Infostunden und hoffen sie konnten schon fleißig daheim üben, damit wir gemeinsam wieder einen Schritt weiter gehen können!
Damit uns allen mehr Sicherheit, Selbstvertrauen und Wohlbefinden im Alltag angenehm zur Seite stehen.
Auf ein gemeinsames Training freut sich,
Euer Styria Team
Sie möchten mehr zu dem Thema „Gleichgewicht und Koordination“ erfahren und erleben?
Dann rufen Sie an, oder kommen Sie gleich direkt vorbei und besuchen Sie einen der angebotenen „Balance Yourself“ Kurse, wo Anfänger und Fortgeschrittene gleichzeitig, dem eigenen Level entsprechend, üben.
Wer kann daran teilnehmen?
Das Kursangebot richtet sich an alle Personen, die etwas für ihre Standsicherheit/Balance tun möchten und wieder mehr Selbstvertrauen für alltägliche Situationen erlangen wollen.
Aber auch an bereits fitte und trainierte Personen, die sich neuen Herausforderungen stellen wollen, können an diesem Programm teilnehmen.
Für den Auftakt der Skisaison wird auch SYPOBA angeboten, welches eine perfekte Ganzkörpervorbereitung für Ihren Skiurlaub bietet, oder Sie konditionelle Fortschritte für ihre persönlichen, sportlichen Ziele leistungsoptimiert erreichen wollen.
Bericht von Manuel de Cillia





